 | | Auf zur Klausur | Endlich das Abi geschafft, eventuell
Zivi oder Bund hinter dich gebracht und jetzt ruft das süße
Studentenleben. Doch auch an der Uni gibt es zuweilen etwas Stress,
denn hier heißt es, vorzugsweise in den Semesterferien: Klausur!
Damit du diesen relativ gelassen entgegen blicken kannst, hat
hochschulreif.de ein paar Tipps gesammelt, mit denen du die ersten
Klausuren schon etwas gelassener sehen kannst.
Empfehlenswert bei Klausuren ist, sich
erst die ganzen Fragen grob durchzulesen und kurz abzuwägen, welche
man als einfacher und schwerer einschätzt. Sonst
verbeisst man sich an der schwersten und muss am Ende aus Zeitmangel
relativ einfache unbeantwortet lassen. Auch wenn man Aufgaben nicht
vollständig lösen kann, sollte man den Ansatz aufschreiben und
mitabgeben. Auch dafür kann es zumindet Teilpunkte geben. Allerdings
gibt es auch Klausuren, die in einer Art Aufsatz oder Diskussion zu
einem bestimmten Thema bestehen und nicht nur reines Wissen abfragen.
Dieser "Aufsatz" sollte, genau wie jede schriftliche Hausarbeit, klar erkennbar
in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert sein. In der Einleitung sollten
dann in der Regel eine Begründung des Themas, also Bemerkungen zur Relevanz der
Fragestellung und der Forschungsstand präsentiert werden.
Der Forschungsstand ist natürlich subjektiv, da absolut niemand wirklich immer
auf dem tatsächlichen letzten Stand zu einem Thema ist. Wichtiger als das Zitieren
des letzten Aufsatzes, der zum behandelten Thema möglicherweise in irgendeiner
Fachzeitschrift erschienen ist, ist eine Darstellung der wichtigsten Forschungskontroversen
in diesem Bereich.
Natürlich sollten die genannten Kontroversen auch von euch kommentiert werden.
Zwar ist die Einleitung noch nicht der richtige Ort, um selbst konkret Stellung
dazu zu nehmen, aber ein Hinweis darauf, dass gewisse Positionen sehr kontrovers
und umstritten sind, sollte an dieser Stelle nicht fehlen. Ihr tätet gut daran,
die Abwägung der unterschiedlichen Meinungen für den Hauptteil anzukündigen
und dies dann natürlich auch zu tun. Nichts ist schlimmer, als in der Einleitung
etwas anzukündigen, was dann im Hauptteil der Klausur nicht eingelöst wird.
Die Form der Gliederung ist übrigens nicht festgelegt. Man kann die Klausur
entweder ohne explizite Gliederungsmerkmale wie Zwischenüberschriften, Kapitelnummerierungen
und Ähnliches gestalten, oder all diese Merkmale genau wie in einer schriftlichen
Hausarbeit nutzen. Allerdings letztere Variante ratsam, denn die freie
Gliederung ohne Zwischenüberschriften verlangt einen Aufbau der Argumentation,
der so klar ist, dass der Leser die unterschiedlichen Teile auch so deutlich
unterscheiden kann.
Zur äußeren Gestaltung der Klausur ist über die Gliederung hinaus noch einiges
andere zu beachten: Immer wieder gern vergessen wird zum Beispiel ein ausreichender
Rand. Dieser sollte ruhig bis zu einem Drittel der Seitenbreite betragen, denn
die Gutachter brauchen ja auch Platz, um die Klausur mit Anmerkungen zu versehen.
Ebenfalls wichtig ist die Nummerierung der Seiten, denn erstens erleichtert
es dem Korrektor die Orientierung im Text und zweitens kann man selbst dann
konkret auf bereits früher Geschriebenes zurück verweisen.
Einen großen Gefallen tut man sich, dem Schriftbild und den Nerven des Gutachters,
wenn in der Klausur ein Füller statt eines Kugelschreibers benutzt wird. Kugelschreiber
haben die Angewohnheit, irgendwann zu schmieren, wenn sie durch mehrstündigen
Gebrauch in den Händen warm werden.
Außerdem kann man bei einem Füller zur Korrektur auch einen Tintenkiller benutzen,
was allemal besser aussieht, als lauter durchgestrichene, fehlerhafte Wörter.
Ein weiterer Vorteil des Füllers ist, dass ihr damit wesentlich deutlicher und
schöner schreiben könnt. Nutzt diese kleinen Vorteile, denn sie schlagen genau
wie der Inhalt bei der Bewertung zu Buche, wenn meist auch unbewusst.
Bei all den formalen, stilistischen und inhaltlichen Aspekten solltet ihr
aber auch auf jeden Fall eine gute Zeitplanung haben. Wer weiß schon genau,
wie lange angesichts einer Klausur fünf Stunden sind? Deshalb solltet ihr davon
ausgehen, dass ihr gut zwei Drittel der Zeit für die eigentliche Niederschrift
benötigen werdet. Das verbleibende Drittel sollte zu gleichen Teilen der Konzeption
am Anfang der Klausur und der Endkorrektur am Ende der Arbeit gehören.
Dabei ist eine gute Planung zu beginn das A und O. Sie hilft euch, im Schreibprozess
nicht den Faden zu verlieren, wichtige Aspekte nicht zu übergehen und hält euch
ständig vor Augen, wohin die Reise gehen soll.
Abschließend noch etwas zur argumentativen
Struktur der Klausur: Argumente und Fakten sollten möglichst nicht im
Stile einer Aufzählung daher kommen, sondern stets aufeinander bezogen
sein. So sollte nicht geschrieben werden: "Der Produklebenszyklus
befindet sich in der Degressionsphase. Deshalb muss man hier
deinvestieren und Ressourcen für Forschung und Entwicklung
investieren.", sondern besser: "Da sich aufgrund der aktuellen
Marktattraktivität und der Umsatzentwicklung das Produk in der
Degressionsphase befindet, ist im Rahmen eine Portfolioanalyse zu
prüfen, ob man deinvestiert um Mittel für Produkte mit höherem
Marktwachstum und einer höheren Marktattraktivität freizusetzen, oder
ob man einen Relaunch des Produktes versucht, während eine weitere
Möglichkeit die Strategie des Abschöpfens wäre.... usw.".
Generell gilt also, dass Wörter wie "außerdem, ferner und weiterhin noch"
besser nicht in eurer Klausur auftauchen sollten und, wann immer möglich, durch
Wendungen mit "jedoch, dagegen, aber, denn und während" ersetzt werden sollten.
Zu diesen Punkten gehört als Voraussetzung
natürlich auch eine gute Vorbereitung. Dazu gehörena auch die richtige
Ernährung sowie genügend Schlaf. Am Tag vor der Klausur soll man ja
eigentlich nichts mehr für die Klausur lernen, doch wer schafft das
schon....
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