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 | | Während des Studiums oder danach? Leere Taschen sind garantiert | Die allgemeine Diskussion um die
Finanzierung des Studiums auf Pump hat anscheinend einigen Politikern
die Augen geöffnet. Da bisher keine geeigneten
Finanzierungsmodelle vorliegen, scheuen sich viele Politiker, unter
anderem Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, Studiengebühren
schon zum diesjährigen Wintersemester einzuführen. Die Politiker
in Bayern hatten wohl nicht daran gedacht, was es bedeutet, an eine
Vielzahl von Studenten Darlehen ohne jede Sicherheit
auszuzahlen. Diese Frage gilt es
für Verantwortliche von Politik und KfW zu klären.
Ein Rechenbeispiel
soll hier außerdem verdeutlichen, was es für Studenten bedeutet, einen
Studienkredit in Anspruch zu nehmen.
Bei der
Frage der Studienkredite gibt es immer mehr offene Fragen, die einer
schnellen Einführung von Studiengebühren im Weg stehen. Ein Student hat
nicht den Ruf eines besonders guten Schuldners. Hier ist noch
ungeklärt, wer die Ausfallbürgschaften für die Kredite übernimmt. EU-Inländer haben auch Anspruch auf die Kredite Weiterhin
beobachtet die EU die Vergabe von Krediten an die Studenten sehr genau,
da vor allem staatliche Förderbanken als Kreditgeber in Frage kommen
werden. Geht es nach der Europäischen Union, müssen auch EU-Mitbürgern,
die in Deutschland studieren, solche Kredite gewährt werden. Vor allem
Studenten aus Osteuropa werden diese in Anspruch nehmen, da die
hiesigen Lebenshaltungskosten deren finanziellen Rahmen in der Regel
weit übersteigen. Der
Haken an der Sache ist, das kein Student, egal welcher Herkunft, eine
Sicherheit hinterlegen muss. Einzige Bedingung für die Zusage ist die
Verpflichtung, den Kredit zurückzuzahlen, sobald man ein eigenes
Einkommen hat. Dieses muss allerdings hoch genug und die Rückzahlung
zumutbar sein. Wird der Student zum Härtefall, kann ihm der Kredit
gestundet oder gar erlassen werden, egal ob es sich um einen deutschen,
polnischen oder spanischen Mitbürger handelt. Vor
diesem Hintergrund hatte die KfW-Bankengruppe am 31. Januar ein
Fördermodell für Lebensunterhalt und Studiengebühren präsentiert (hochschulreif.de berichtete).
Im Rahmen dieses Modelles setzt die Bank aber auch eine
Kreditwahrscheinlichkeit von 13% an, was bei einem Kreditvolumen von
mehreren Milliarden Euro eine gewaltige Summe ist. Unklar ist hierbei
noch, wie das Geld bei säumigen Schuldnern eingetrieben werden soll,
von den ausländischen Studenten ganz zu schweigen. Immerhin gibt
es in Deutschland momentan fast 70.000 Studenten aus
EU-Mitgliedsstaaten, die einen Anspruch auf einen Studienkredit hätten.
Ausfallbürgschaft indiskutabel Der
Bund lehnt es derweil kategorisch ab, für die Ausfälle zu bürgen,
schließlich hätten die unionsgeführten Länder in Karlsruhe gegen die
Gebührenfreiheit geklagt, da sei eine Ausfallbürgschaft durch den Bund
indiskutabel, so Bundesbildungsministerin Bulmahn. Das könnte
die Studenten teuer zu stehen kommen, da mit einer Bürgschaft
durch den Bund der Zinssatz für die Kredite bei ca. 4% liegen
könnte. Ohne Bürgschaft wird er wohl über 5% betragen.
Ein Rechenbeispiel Das
bedeutet für Studenten, der ab dem 1. Semester einen Kredit in Anspruch
nimmt, 8 Semester studiert und diesen nach Beendigung des
Studiums zurückzahlen möchte, eine monatliche Belastung von 243 Euro
wenn der Kredit in 15 Jahren abgezahlt sein soll!
Bei Studenten,
die noch zwei bis drei Semester zu studieren haben, demnächst
Studiengebühren zu zahlen haben und daher einen Kredit in Höhe von
650 Euro pro Monat aufnehmen, haben nach dem Studium eine monatliche
Belastung von "nur" 120 Euro, sofern der Kredit in fünf Jahren
zurückgezahlt sein soll. |